Als Unternehmer habe ich oft erfahren, wie groß gegen klein in der Automobilbranche kämpft und nicht kooperativ agiert. Das notwendige betriebswirtschaftliche Ziel, hohe Gewinne zu erreichen, beachtet zu wenig den nationalen volkswirtschaftlichen Schaden, der mitunter eintritt.

Das Risiko des Wirtschaftens muß also fairer und tragbarer verteilt werden.
Ein scheinbar kurzfristiger und einseitiger Vorteil sollte die mittel- und langfristige Partnerschaft nicht aus dem Auge verlieren. Ein Umdenken ist dringend nötig.

Ansonsten gibt es zu viele Verlierer im Mittstand, wenn dominierende Konzernvertreter ihrer volkswirtschaftlichen Verantwortung nicht gerecht werden. Fragen des Vertragsrechts, des Insolvenz- und Kartellrechts stellen sich zwischen Automobilkonzernen und Zulieferunternehmen neu.

Mobilität von morgen: Wir brauchen nicht nur connected cars — wir brauchen connected people – und zwar weltweit! Menschen, die verantwortungsvoll handeln und die sich Zukunftsideen nicht quer stellen.

Wirtschaft lebt von Chancen, aber auch von Mut zum Risiko. In der Mobilität wird es künftig um neues Fahrverhalten, innovative Materialien und alternative Antriebstechniken gehen, aber auch um eine neue Betrachtung der Mobilität, um Arbeitsplatzkonzepte in der Wertschöpfungskette.

Kurzum: Wir sind schon mittendrin im Wandel. Nicht nur die großen Konzerne setzen u.a. auf E-Mobility, alternative Antriebslösungen wie ua. Wasserstoff. Auch die Zulieferer stellen sich die Frage, worin künftig ihre Bedeutung, ihre Wertschöpfung, ihr Markt liegen wird?

Der Bedarf an Dienstleistungen, neuen Speichertechniken, bezahlbarer und umweltfreundlicher Energie wächst – hier sind Chancen für den Mittelstand. Auch der Klimaschutz wird künftig ein unverhandelbares, nationales Agreement sein müssen.

Es gilt, die Rolle der Automobilwirtschaft in der gesamten Wirtschaft neu zu definieren. Nicht nur in Thüringen.